Schon etwa ab Mitte der Schwangerschaft setzen die sogenannten Vorwehen oder auch wilde Wehen ein. Das sind Kontraktionen (Anspannen der Muskeln) der Gebärmutter, die 30 bis 60 Sekunden andauern können und normalerweise schmerzlos sind. Man nennt diese Übungswehen auch Braxton-Hicks-Kontraktionen, weil John Braxton Hicks der erste Arzt war, der sie beschrieben hat. Man geht davon aus, dass die Vorwehen zu den Dehnungs- und Einleitungsprozessen vor der Geburt gehören.
Viele Frauen fragen sich natürlich, wie merke ich denn den Unterschied zwischen wilden und den richtigen Wehen? Ich kann da auch nur antworten, wie die meisten Frauen, die schon ein Baby bekommen haben: Man merkt es, wenn die richtigen Wehen einsetzen.
Der Bauch der Schwangeren wird bei den Vorwehen sehr hart. Sie werden meist stärker bei körperlicher Anstrengung und schwächer, wenn man sich ausruht bzw. generell etwas langsamer macht. Wenn die Wehen schmerzhaft werden, was im Verlauf der Schwangerschaft normal ist, sollte man mit dem Arzt über die Einnahme von Magnesium sprechen. Magnesium wirkt entspannend auf die Muskulatur der Gebärmutter.
Bei mir setzten diese Übungswehen etwa nach der Hälfte der Schwangerschaft ein. Anfangs war es schon etwas beängstigend. Der Bauch wurde sehr hart, vor allem bei der Arbeit. Ich bin dann zu meiner Ärztin gegangen, weil ich wissen wollte, ob das vielleicht richtige Wehen sind. Auf dem CTG war natürlich keine Spur von einer Wehe und ich bekam Magnesium verschrieben. Dadurch wurden die wilden Wehen nicht mehr ganz so spürbar und ich versuchte auch etwas kürzer zutreten. Gegen Ende der Schwangerschaft wurden die Wehen dann stärker. Der Bauch verhärtete sich immer öfter und länger. Sie gingen schließlich so ab der 34. SSW in Senkwehen über. Der Unterschied war deutlich zu spüren. Es war, als würde jemand den Bauch nach unten ziehen. In der 36. SSW war die Gebärmutter dann schon zwei Finger unter dem Rippenbogen. Ab der 37. SSW kamen die Vorwehen teilweise über Stunden in regelmäßigen Abständen und verschwanden dann wieder. Zum testen, ob es schon Geburtswehen sind, bin ich mal Mitten in der Nacht duschen gegangen, denn dadurch gehen Vorwehen weg. Sie sind danach auch erstmal wieder verschwunden. Ich deutete sie nicht als erste Anzeichen für eine baldige Geburt. Zwei Wochen vor dem errechneten Geburtstermin wurde die Entbindung bei mir durch einen vorzeitigen Blasensprung eingeleitet. Die wirklichen Eröffnungswehen, die danach einsetzten, übertrafen an Intensität alles, was ich mir vorher vorgestellt hatte.
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