Gegen Ende der Schwangerschaft hatte ich am meisten Angst vor einem vorzeitigen Blasensprung, bei dem, falls der Kopf des Babys noch nicht fest im Becken sitzt, die Nabelschnur vorfallen kann und durch den Kopf des Babys abgeklemmt werden kann. Die Hebamme, bei der ich den Geburtsvorbereitungskurs gemacht habe, warnte uns vor dieser Situation und empfahl bei den Vorsorgeuntersuchungen den Frauenarzt zu fragen, ob der Kopf schon im Becken eingestellt ist. Falls dies nicht der Fall sei und die Fruchtblase platzt, sollte man sich sofort hinlegen, die Beine und den Unterkörper erhöht lagern und den Notarzt rufen.

Bei 10 % aller Schwangeren platzt die Fruchtblase vorzeitig. Ich gehörte zu ihnen.

Ich erwachte am morgen und wunderte mich, was da so nass war. Ich stand auf, um ins Bad zu gehen und da lief mir das Fruchtwasser in Mengen die Beine  hinunter. Ich weckte meinen Freund und ging erstmal duschen, denn ich wusste, dass mein Sohn schon tief genug ins Becken gerutscht war, so dass ihm nichts mehr passieren konnte. Ein bißchen Angst hatte ich trotzdem. Wehen hatte ich zu diesem Zeitpunkt noch keine. Ich beeilte mich also etwas im Bad, packte die Tasche fertig ein und eine Stunde später saßen wir im Auto auf dem Weg in die Klinik. Nun setzten auch die Wehen im Abstand von zwei bis drei Minuten ein. Das Fruchtwasser lief weiter und ich dachte nur, dass das doch irgendwann mal aufhören müsste!

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